Persistente KI-Agenten sind darauf ausgelegt, Informationen zu speichern, in der Cloud zu laufen und über Kanäle wie Textnachrichten verfügbar zu bleiben, statt bei jedem Chat wieder von vorn zu beginnen. In einem Artikel für Social Media Examiner beschreibt KI-Coach Jonathan Mast, wie Unternehmen diese Tools einführen, Grenzen festlegen und für Routineaufgaben einsetzen können.

Anders als herkömmliche KI-Chattools können persistente Agenten einen fortlaufenden Kontext aufrechterhalten und weiterarbeiten, wenn der Computer des Nutzers ausgeschaltet ist. Mast sagt, das könne bei sich wiederholenden Aufgaben helfen, warnt aber davor, dass Agenten ein Unternehmen nicht selbstständig führen: Menschen bleiben für die Arbeit zentral, und KI erweitert ihre Fähigkeiten und Erfahrung.

Der Artikel behandelt vier Optionen: Grok Bot, Muse, Dots und Instinct. Mast empfiehlt, eine davon auszuwählen und konsequent zu nutzen, damit sie ein längerfristiges Verständnis der Arbeit des Nutzers aufbauen kann. Er sagt, Muse und Instinct seien zum Zeitpunkt der Aufzeichnung kostenlos gewesen, während für Dots ein ChatGPT-Team- oder Enterprise-Abo erforderlich gewesen sei, das 125 US-Dollar pro Nutzer und Monat kostete. Außerdem warnt er, dass kostenlose Dienste die Frage aufwerfen, ob der Anbieter Zugriff auf Unternehmensdaten erhalten sollte, und weist darauf hin, dass sich KI-Preise schnell ändern können.

Bevor ein Agent Zugriff auf Unternehmenssysteme erhält, rät Mast dazu, klare Regeln dafür festzulegen, was er ohne Genehmigung tun darf, wo er seine Arbeit speichern soll und ob er den Computer des Eigentümers verwenden darf. Seine grundlegenden Einschränkungen verlangen eine Genehmigung, bevor Käufe getätigt, Dateien gelöscht oder geteilt, Nachrichten versendet oder Verpflichtungen eingegangen werden. Er empfiehlt, dem Agenten eigenständige Recherche und Vorbereitung zu gestatten, zugleich aber vor jedem Kontakt mit anderen Personen oder jeder Umsetzung einer Entscheidung die Zustimmung eines Menschen einzuholen.

Der Zugriff sollte auf das beschränkt sein, was der Agent benötigt. Masts Unternehmen erlaubt Agenten den Zugriff auf bestimmte freigegebene Google-Drive-Ordner statt auf das gesamte Laufwerk. Für Aufgaben wie E-Mail- und Kalenderarbeit bevorzugt er außerdem virtuelle Computer in der Cloud. So soll verhindert werden, dass der Agent den Bildschirm eines Nutzers übernimmt, und er kann weiterarbeiten, wenn der lokale Computer ausgeschaltet ist.

Mast sagt, das Training sollte das Unternehmen, seine Kunden, Produkte und Mitarbeiter sowie den jeweiligen Nutzer umfassen. Ein möglicher Einstieg besteht darin, vorhandene KI-Tools aufzufordern, ein Profil der Informationen zu erstellen, die sie über den Nutzer kennen, und dieses Material anschließend dem neuen Agenten bereitzustellen. Zu seinen eigenen Trainingsunterlagen gehörten Informationen über seine Familie und Teammitglieder, darunter ihre Aufgaben und Kontaktdaten.

Außerdem empfiehlt er, den Agenten relevante Kommunikationspräferenzen mitzuteilen. Sein Unternehmen führt die DISC- und Myers-Briggs-Profile der Mitarbeiter in einem gemeinsam genutzten Referenzdokument, anhand dessen der Agent die Darstellung von Informationen an verschiedene Kollegen anpassen kann. Mast sagt, das Ziel sei, die Stimme des Unternehmens zu bewahren und eine Nachricht zugleich so zu formulieren, dass der Empfänger sie verstehen kann.

Für einen ersten Arbeitsablauf schlägt Mast vor, E-Mail- und Kalenderkonten zu verknüpfen und dem Agenten zunächst zu untersagen, ohne Genehmigung Nachrichten zu versenden oder Termine zu vereinbaren. Der Agent kann eingehende E-Mails sortieren, Nachrichten markieren, die eine Antwort erfordern, andere Nachrichten Kollegen zuweisen und ältere E-Mails auf übersehene Punkte prüfen. Mast sagt, dadurch sei seine eigene E-Mail-Zeit an manchen Tagen von mehreren Stunden auf wenige Minuten gesunken.

Weitere im Artikel beschriebene Arbeitsabläufe umfassen die Weiterleitung von Aufgaben zwischen den Agenten der Teammitglieder, die Aktualisierung eines gemeinsam genutzten Bericht-Dashboards, die Prüfung von Abonnementverlängerungen und einen täglichen Aufgaben-Check-in. Ein Agent kann außerdem Kalendereinträge mit Besprechungsprotokollen oder -aufzeichnungen vergleichen, um Verpflichtungen nachzuverfolgen und Terminkonflikte zu melden. Jeder Arbeitsablauf hängt von den beim Einrichten festgelegten Zugriffs- und Genehmigungsregeln ab.

Quellen: Social Media Examiner.