Die New York Times ergänzt ihre Cooking-App um ein KI-gestütztes Tool zum Austausch von Zutaten. Viele Leserinnen und Leser haben jedoch Einwände dagegen erhoben, künstliche Intelligenz in einen Dienst einzubringen, den sie wegen seiner von Menschen entwickelten Rezepte schätzen.
Mit der Funktion können Köchinnen und Köche Rezepte abwandeln, etwa Mangold durch Spinat ersetzen. Sie wird schrittweise eingeführt, damit beobachtet werden kann, wie sie funktioniert und wie die Abonnentinnen und Abonnenten sie nutzen. Derzeit steht sie allen Cooking-Abonnentinnen und -Abonnenten auf iOS zur Verfügung; eine breitere Verfügbarkeit ist geplant. Die App hatte bereits KI-Tools zur Umrechnung von Maßeinheiten und zur Anpassung von Rezeptmengen eingeführt.
Genevieve Ko, leitende Redakteurin und Kolumnistin bei NYT Cooking, sagte, das Redaktionsteam habe viel Zeit damit verbracht, Beispielantworten zu prüfen, damit sich der Chatbot an den Empfehlungen der Kulinarik-Expertinnen und -Experten sowie an den Standards der Publikation orientiere. Die Times stellt die Funktionen als optionale Hilfsmittel dar, die das Kochen unterstützen sollen, statt das Erlebnis der Zubereitung einer Mahlzeit zu ersetzen.
Die Reaktionen der Leserinnen und Leser auf die Ankündigung waren überwiegend kritisch. Eine Analyse von 171 Kommentaren, bei der 12 von Mitarbeitenden der Times verfasste Kommentare ausgeschlossen wurden, ergab, dass etwa 77 % negativ, 14 % positiv und die übrigen neutral oder gemischt waren. Zu den häufigsten Einwänden gehörten Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen von KI, Zweifel daran, dass sie beim Kochen nötig sei, und Unmut darüber, dass Abonnentinnen und Abonnenten für KI-generierte Unterstützung bezahlten.
Einige Kommentierende argumentierten außerdem, dass die Herausforderungen beim Kochen zu dessen Reiz gehörten. Mehrere baten um eine Möglichkeit, die Funktion abzuschalten. Ko antwortete, dass es eine solche Einstellung zu diesem Zeitpunkt nicht gebe, merkte jedoch an, dass die Nutzung des Tools völlig optional sei.
Eine kleinere Zahl von Leserinnen und Lesern begrüßte die Funktion mit der Begründung, sie könne Ernährungsanpassungen erleichtern oder dabei helfen, Mahlzeiten schneller auf den Tisch zu bringen. Eine kommentierende Person lobte, dass sich damit Rezepte in glutenfreie Varianten umwandeln ließen.
Quellen: Nieman Lab.