Farbe hat den E-Reader-Markt erreicht und ermöglicht es, Buchcover, Illustrationen, Graphic Novels und farbige EPUBs ohne ein herkömmliches Tablet anzuzeigen. Die Technologie weist jedoch weiterhin Einschränkungen auf: Die Farben sind im Allgemeinen akkurat, aber gedämpft, und die Displays von Kobo und Kindle erreichen bis zu 100 Nits, verglichen mit bis zu 500 Nits bei einem iPad.

Der Kobo Libra Colour ist insgesamt die stärkste Wahl in dieser Auswahl. Sein sieben Zoll großes Display bietet ein nützliches Gleichgewicht zwischen Mobilität und ausreichend Platz für Graphic Novels, während Umblättertasten, ein integriertes Gyroskop und die Unterstützung für das Schreiben ihn besonders vielseitig machen. Der Bildschirm kann zwischen Hoch- und Querformat gedreht werden, und das Gerät verfügt über 32 GB Speicher sowie Wasserschutz.

Der Libra Colour zeichnet sich außerdem durch seine Integration von OverDrive beziehungsweise Libby aus. Nach der Anmeldung mit einem Bibliotheksausweis erscheinen ausgeliehene E-Books im OverDrive-Bereich des Geräts. Die Pocket-Integration ist ein weiterer Vorteil für Nutzer, die gespeicherte Artikel lesen. Zu seinen Nachteilen gehören gelegentliches Ghosting, eine nicht perfekte Handballenerkennung, eine weniger umfangreiche Online-Buchhandlung und eine verbesserungsfähige Akkulaufzeit. Sein Preis stieg auf 259,99 US-Dollar, dennoch bleibt er günstiger als Amazons Farb-E-Reader.

Für Käufer, die eine günstigere Option suchen, ist der Kobo Clara Colour die Empfehlung. Er kostet 179,99 US-Dollar und verfügt über ein sechs Zoll großes Display, eine matte, blendfreie Oberfläche, Wasserschutz und einen werbefreien Startbildschirm. Sein kompaktes Design ist auch bei längerem Lesen komfortabel, und seine Leistung wird als vergleichbar mit der des Kindle Paperwhite beschrieben.

Der Clara Colour berechnet außerdem die Seitenzahlen neu, wenn sich die Schriftgröße ändert, und bietet dadurch eine genauere Anzeige des Lesefortschritts. Wie der Libra bietet er eine nahtlose OverDrive-Integration und im Allgemeinen akkurate, wenn auch gedämpfte Farben. Sein kleinerer Bildschirm eignet sich weniger für Graphic Novels, und die Akkulaufzeit ist eine deutliche Schwäche: Obwohl sie mit bis zu 42 Tagen angegeben wird, kann die tatsächliche Nutzung durchschnittlich etwa zwei Wochen betragen.

Der Kindle Colorsoft Signature Edition ist die führende Wahl für Nutzer, die bereits fest im Amazon-Ökosystem verankert sind. Die Colorsoft-Modelle von 2026 führen ein schlankeres Design, magnetische Pogo-Pins und Farbe von Rand zu Rand ein, während die Signature Edition zusätzlich mit dem neuen Page Turn Cover kompatibel ist und ein Aluminiumgehäuse besitzt.

Amazons Farb-Kindle bleibt teuer: Die Preise beginnen bei 289,99 US-Dollar und reichen bis zu 319,99 US-Dollar für die Signature Edition. Auch seine Farben werden als dunkel und gedämpft beschrieben, selbst wenn die Einstellungen für die Farbintensität erhöht werden, und seine niedrige Farbauflösung lässt ihn bei Comics und stark illustrierten Büchern weniger überzeugend wirken. Für Leser, die ausdrücklich einen Kindle mit Farbdisplay wünschen, ist er dennoch die passendste Wahl.

Der Kindle Scribe Colorsoft richtet sich an Menschen, die Tagebuch führen, an Studierende und an Nutzer, die Texte kommentieren möchten und ein E-Ink-Tablet mit Schreibfunktionen suchen. Er verbindet farbiges Lesen mit Notizen, der Integration von Google Drive und Microsoft OneDrive sowie einer ablenkungsfreien Benutzeroberfläche ohne Werbung oder Internetbrowser.

Der Scribe Colorsoft enthält einen magnetischen Kindle Premium Pen und unterstützt mehrere Stiftarten. Seine Farbauflösung beträgt 150 ppi, verglichen mit 300 ppi bei Schwarz-Weiß-Inhalten, und seine Frontbeleuchtung erreicht bis zu 100 Nits. Die Tests ergaben, dass er schnell ist und bei normaler Nutzung nur wenig Ghosting zeigt, obwohl beim Löschen von Notizen oder Zeichnungen weiterhin schwache Spuren auftreten können. Die Akkulaufzeit kann bis zu acht Wochen betragen, abhängig davon, wie häufig die Schreibfunktionen genutzt werden.

ReMarkable-Tablets sind nicht in der Auswahl enthalten. Obwohl das ReMarkable Paper Pro und das Paper Move als leistungsfähige digitale Notizbücher betrachtet wurden, wurden ihre E-Book-Funktionen und der Zugriff auf Bibliotheksinhalte als weniger komfortabel bewertet als die Libby-Integrationen, die auf Kindle- und Kobo-Geräten verfügbar sind.

Die Bewertung konzentrierte sich auf dieselben Kriterien, die auch für herkömmliche E-Reader verwendet werden, wobei zusätzlich besonderes Augenmerk auf die Farbqualität gelegt wurde. Die Bildschirmgröße war wegen der Nutzung für Graphic Novels besonders wichtig, während die Displays sowohl mit gedruckten Büchern als auch mit iPad-Versionen verglichen wurden, um Genauigkeit, Helligkeit und Wärme zu beurteilen. Auch Funktionen wie einstellbare Beleuchtung, Umblättertasten und der Preis wurden berücksichtigt.

Quellen: Mashable.